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1999 Kampfkunst-Sparte Aikido gegründet

Seit September 1999 gibt es in der DJK Eichstätt eine neue Sparte: Aikido, eine japanische Kampfkunst. Das Training leitet Dr. Peter Eisele, 4. Dan (Aikikai), der seit 15 Jahren Aikido macht und die Stilrichtung Takemusu-Aikido praktiziert. Er trainiert auch die Aikido-Gruppe der Ingolstädter DJK. Spartenleiter der Eichstätter Aikidoka - so nennt man die Leute, die Aikido üben - ist Matthias Helfrich, Nachfolger von Martin Lacker. Die Aikido-Sparte hat gegenwärtig 15 Mitglieder. Gäste, die probeweise einmal mitmachen möchten, sind herzlich willkommen!

Die Kampfkunst Aikido hat in den letzten Jahren sowohl in ihrem Geburtsland Japan als auch im Ausland weite Beachtung gefunden. In Anbetracht der ständig wachsenden Anhängerschaft der Kampfkunst während der letzten 30 Jahre und ihrer Darstellung in Hollywoodfilmen, die in der letzten Zeit von Millionen Zuschauern gesehen wurden, ist dies nur verständlich. Obwohl Aikido genaugenommen eine Kriegskunst ist, neigt die Öffentlichkeit dazu, es mit den bekannten Kampfsportarten Judo, Karate, Kung Fu und Taekwondo in einen Topf zu werfen.

Wie unterscheidet sich Aikido von anderen Kampfsystemen?

Von auffälligen Unterschieden in der Technik abgesehen, wird Aikido dadurch einzigartig, daß es eine reine Selbstverteidigung ist. Im Aikido gibt es keine Angriffsbewegungen, was die philosophischen und ethischen Prinzipien dieser Kampfkunst widerspiegelt. Andere Kampfsysteme umfassen gleichermaßen Angriffs – und Verteidigungstechniken, und bei vielen von ihnen überwiegt mittlerweile der sportliche Aspekt. Dies gilt z.B. für Judo (seit 1964 olympische Disziplin), Karate, Taekwondo und für verschiedene andere Kampfkünste. Vielen Schülern dieser Kampfsportarten ist nur die Teilnahme und der Sieg bei sportlichen Wettbewerben wichtig; das Erlernen von Selbstverteidigungstechniken tritt in den Hintergrund.

 

Die Betonung von Aikido liegt auf dem geistigen Wachstum des einzelnen durch das Erwerben von Fertigkeiten, die der Verteidigung dienen. Die ethische Dimension des Aikido durchdringt jeden Aspekt seiner Ausübung sowohl auf der Matte als auch im täglichen Leben.

Im philosophischen System des Begründers Morihei Ueshiba ist Aikido ein Mittel, die Menschheit zu einer „Weltfamilie” zu vereinen. Es ist kein Mittel, andere zu verletzen, sondern eher ein Weg zu einem „liebenden Selbstschutz”.

Wenn der Aikido – Übende einer körperlichen Bedrohung ausgesetzt ist, wendet er im Idealfall nur soviel physische Kraft an, wie nötig ist, den Angriff zu neutralisieren und versucht gleichzeitig, den Angreifer nicht zu verletzen. Tatsächlich streben ernsthafte Aikidoanhänger sogar nach einer höheren Stufe. Sie versuchen, ihr Leben so zu führen, daß sie unter allen Umständen Konfliktsituationen und potentielle Gewalt – sei es auf zwischenmenschlicher, gesellschaftlicher oder jeder anderen Ebene – spüren.

Konfliktsituationen sollen erahnt und durch Entwicklung von Selbstvertrauen, geschärftes Bewußtsein und Voraussicht ganz vermieden werden. Um dieses Ziel zu verwirklichen, sind viele Jahre eifriger Übung unerläßlich. Aikido kann man sein Leben lang ausüben und ernsthaftes Training bringt nicht nur die ständige Verbesserung technischer Fertigkeiten, sondern auch ein tiefes Verständnis für das Wesen des Menschen mit sich.

Da sich seine Ziele von denen anderer Kampfkünste unterscheiden, zieht Aikido eher Menschen an, die sich für seine Prinzipien harmonischer Wechselwirkungen interessieren.

Diejenigen, denen vorrangiges Interesse darin liegt, kämpferische Fähigkeiten zur Anwendung auf der Straße oder in sportlichen Wettbewerb zu erlangen, tendieren eher zu anderen Kampfkünsten.

Es wäre allerdings falsch, Aikido – Techniken als unwirksam einzustufen. Wird es in der Tradition des Begründers Morihei Ueshiba ausgeführt, behält Aikido eine ausgeprägte kämpferische Dimension. Die Techniken werden bestimmt, aber ohne gewaltsame Absichten ausgeführt. Äußerst wirksame Hebel und Festhaltegriffe kontrollieren und lähmen den Gegner, ohne bleibende Verletzungen zu verursachen. Tatsächlich ist man mit Aikido – Techniken in der Lage, ernsthafte körperliche Schäden zu vermeiden, oder sogar den Tod des Gegners herbeizuführen. Die Grundsätze des Aikido schließen solch zerstörerisches Verhalten jedoch aus.

Die weltweite Verbreitung des Aikido begann erst nach dem 2. Weltkrieg. Die Art und Weise, wie Aikido heute ausgeführt wird, geht eher auf die Interpretation früherer Lehrer wie Gozo Shioda, Koichi Tohei, Kisshomaru Ueshiba, Kenji Tomiki und Minoru Mochizuki - alles langjährige Schüler von Ueshiba – als auf den Begründer selbst zurück. Von den frühen 50er bis Ende der 60er Jahre brachten diese bekannten Lehrer verstärkt eigene Abwandlungen in das Aikido ein. Diese abgeleiteten Stilrichtungen bildeten mit der Zeit unverwechselbare Merkmale aus. Diese Entwicklung ist hauptsächlich historisch begründet und läßt sich teilweise durch die Ereignisse des 2. Weltkrieges, die lange Phase der Zurückgezogenheit des Begründers in Iwama, sein fortgeschrittenes Alter, als Aikido bekannt wurde, und sein wenig ausgeprägtes Interesse für organisatorische und verwaltende Tätigkeiten erklären.

Mitte der 70er Jahre gewann die Lehrmethode des Morihiro Saito zunehmend an Popularität, was vor allem auf seine fünfbändige Fachbuchausgabe „Traditional Aikido” und seine regelmäßigen Auslandsreisen zurückgeführt werden kann. Saitos Erfolg kann – wie der einiger Lehrer vor ihm – seiner technischen Kompetenz und didaktischen Lehrmethode zugerechnet werden.

Saito hatte das Glück, länger als jeder andere – sowohl vor als auch nach dem Krieg – direkt bei dem Begründer zu trainieren. Was Saitos Lehrmethode von denen seiner Vorgänger unterscheidet, ist die Betonung auf taijutsu (Körpertechniken) und Aikido – Waffentechniken mit ken (Schwert) und jo (Stab).

Es gibt mehrere Gründe, warum diese Waffentechniken nicht allgemein geübt werden. Nur wenige durften mit dem Begründer Morihei Ueshiba Waffen trainieren, daher ist die Zahl der Lehrer, die diese Techniken weitergeben können, begrenzt. Saito erwarb die vollkommene Beherrschung der Waffen in langen Jahren des Trainings mit dem Begründer in Iwama und durch seine ständigen Bemühungen in der Folgezeit, die Techniken zu verfeinern. Seine Techniken wurden praktisch in der ganzen Welt zum Standard für Aikido – Waffenübungen. Das Üben von aiki – ken und aiki – jo führt zu einem besseren Verständnis von Distanz, Stellung und Zentrum. Es hilft bei der Entwicklung einer guten Körperhaltung und stärkt Arme und Schulten, was wiederum bei der Ausführung von Körpertechniken hilfreich ist. Das Waffentraining bildet einen wesentlichen und unabdingbaren Teil von Saitos Lehrplan und ergänzt die Körpertechniken perfekt.

Morihiro Saito, 9. Dan, ist langjähriger Lehrer im Aikikai; einer der wenigen, die diesen angesehenen Rang besitzen. Er trainiert und lehrt seit fast 50 Jahren im Iwama Dojo des Begründers, wo er sich als Jugendlicher einschrieb. Seit den frühen 70er Jahren hat er buchstäblich Tausende von überwiegend ausländischen Schülern beherbergt, von denen manche wenige Tage, andere mehrere Jahre in einem der letzten traditionellen Dojos Japans trainiert haben. Was das Iwama Dojo des Morihiro Saito einzigartig macht, ist die hervorragende Verbindung von Tradition und Moderne: ein abgeschiedener Ort bildet den Rahmen für intensives Training, das auf einem sorgfältig abgestimmten Lehrplan und zeitgemäßen Lehrmethoden aufbaut.

Mit freundlicher Genehmigung entnommen aus:

Takemusu Aikido von M. Saito, Vol.1, Background & Basics, 1994 (Der Originaltext stammt von Stanly Pranin und wurde von Anja Gebele im Okt. 1994 ins Deutsche übersetzt),von: www.abanico.de/shop